Offshore-Lärm

Die Diskrepanz zwischen Klima- und Artenschutz

Stille Meere? Von wegen – die Nordsee gilt als das lauteste Meer der Welt. Neben den üblichen Lärmquellen, wie dem Schiffsverkehr, Munitionssprengungen oder Ölplattformen, wird die Meeresnatur aktuell besonders durch den zunehmenden Bau von Offshorewindenergieanlagen benachteiligt. Über 7.000 Anlagen sind bis zum Jahr 2030 in der Nord- und Ostsee geplant. Die Fundamente der Anlagen werden dabei in den Boden gerammt und produzieren an der Rammstelle einen unvorstellbaren Unterwasserlärm, der besonders die teilweise vom Aussterben bedrohten Schweinswale schädigt. Ihre Orientierungs- und Kommunikationsfähigkeit basiert auf einem Biosonar und wird durch den Lärm stark eingeschränkt und maskiert.

Die Ursachen des verstärkten Ausbaus von Offshore-Windenergieanlagen und die Folgen des Lärmes auf die Meeressäuger werden in dieser Arbeit, in Form einer fiktiven Infokampagne dargestellt. Das Ziel ist die Sensibilisierung von Politik, Wissenschaft und uns, als Stromkunde den Ausbau der »grünen« Energie ohne Rücksicht auf Verluste zu hinterfragen. Zudem müssen die Lärmschutzforschungen als ein Lösungsweg vorangetrieben werden.

Es entstand so ein Faltplakat, das mittels Infografiken, eingeteilt in die drei Bereiche – den vom Aussterben bedrohten Schweinswal in der Nord- und Ostsee, den Offshorelärm und seine Folgen für die Meeressäuger und die Pläne zur Energiewende, die Thematik visuell erläutert.
Eine Kampagne greift zudem die enorme Lautstärke auf, die beim Rammen der Fundamente entsteht und setzt sie in Verbindung mit uns bekannten Lärmquellen. Die Banner und Plakate werden hauptsächlich an lärmbelasteten Orten geschalten. Eine Microsite im Internet rundet die Infokampagne ab.

Information Design | Illustration | 2012 | Hochschule Anhalt, Master | Kooperationsprojekt mit dem Umweltbundesamt