Visualisierung von Sprache

Wenn Ohren und Augen zusammenarbeiten

Im Masterprojekt “Visualisierung von Sprache”, geleitet durch Ulrike Damm entstand diese experimentelle Arbeit. Über die Kriterien der Phonetik (wie ein Ton rein physisch besteht) und der Melodie (als Gerüst der Klangfigur) wurden 7 Sprachen analysiert und intuitiv bearbeitet. Aus den gemeinsam im Projekt entwickelten Übersetzungen der Sprachmelodie in eine Linie und den dazu beschreibenden Adjektiven zur Sprache, entwickelte ich dieses Buch. Analyse und Intuition, Planung und Zufall waren dabei die Werkzeuge meiner eigenen Interpretation. Die beschreibenden Adjektive setzte ich dabei in ein Farb- und Formbild um. Danach ordnete ich jeder Sprache eine charakteristisch passende Schrift zu, deren Buchstabenformen ich wiederum nach der Wirkung der jeweiligen Sprache komponierte. Diese Komposition reduzierte ich dann wieder auf eine Linie, die nun der intuitiv entwickelten Linie für die Melodie gegenüberstand. Durch die Überlagerung der Linien, die die Vielschichtigkeit jeder Sprache unterstützt, ergaben Binnenformen durch die Überschneidungen der Linien. Diese stellen eine abstrakte Spur jeder Sprache dar. Weil Sprache aber etwas lebendiges ist, begann diese Spur zu spiegeln und ließ sie rotieren. Für jede Sprache entstand so ein vielschichtiges Ornament. Das interessanteste Element dieser Visualisierung separierte ich zum Schluss und reduziertes auf ein deckendes Schwarz. Sie erhielt jede Sprache ein eigenes Zeichensymbol, das ihren Charakter beschreibt. Um diese kausale Entwicklung darzustellen nutzte ich für das Buch Transparentpapier und arbeitete mit Aussparungen im Papier.

Visual Design. Illustration Semester . Master 01 Jahr . 2011/2012